Durch die Bezeichnung Passivhaus, welche bei einigen Bauherren suggeriert man muß nichts mehr tun, und zusätzlich durch Aussagen des Entwicklers, Dr. Feist, über ein Haus ohne aktivs Heizsystem denken viele Leute, ein Passivhaus bräuchte keine Heizung.
Ein Passivhaus benötigt jedoch immer noch einen, wenn auch sehr geringen, Wärmeeintrag. Dies war eines der Ergebnisse der Studien, die zum Passivhausstandard als wirtschaftlich sinnvolles Gebäudekonzept geführt haben. Mit welchem System man die Wärme erzeugt, ist Philosophiesache. Die Heizlasten im Passivhaus liegen um die 10 W/m2 Wohn-/Nutzfläche. Diese geringe Heizlast läßt sich häufig mit der Erwärmung der Zuluft auf 50°C einbringen. Komfortabler sind Flächenheizsysteme (Fußboden-, Wand-, Deckenheizung), die mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen gefahren werden können (z.B. 27-30° C ).
Neben der Abwägung des Heizsystems, stehen allen Möglichkeiten fossiler und regenerativer Brennstoffe zur Auswahl. Bei Sanierung mit bereits vorhandenem Heizkörpernetz kann über Austausch der vorhandenen meist fossilen Brennertechnik nachgedacht werden. Bei Flächenheizung ist auch der Einsatz der Wärmepumpentechnik interessant. Ein Einsatz von Direktstrom Heiztechniken ist momentan nicht mehr erwünscht. Ebenso ist im Gewerbebau auf eine effiziente Kühltechnik, z.B. über die Nutzung der Flächenheizung im Sommer als Kühlflächen, zu achten.
Für den Warmwasserbedarf der helleren Jahreszeiten eignen sich besonders gut Solarthermieanlagen. Besonders effektiv und wirtschaftlich sind dabei Anlagen, die gut die Hälfte des Warmwasserbedarfs der Bewohner im Jahr liefern können. Bei Heizungsunterstützung ist eine erheblich größere Fläche zu installieren. Auch ist einzuplanen, wie im Sommer die anfallende Wärme abgeführt werden kann. Eine Überdimensionierung der Solarthermie kann im schlimmsten Fall zum Totalausfall der Anlage führen.